Das Rütli gilt als Gründungsstätte der Schweiz. Auf der Waldlichtung, leicht erhöht über dem Urnersee vis-à-vis von Brunnen und den beiden Mythen sowie zu Füssen von Seelisberg, sollen sich die Vertreter der Urkantone 1291 den Rütlibund geschworen haben, welcher das gemeinsame Vorgehen gegen die fremden Vögte in ihren Tälern festlegte. „Wir wollen sein ein Volk von Brüdern, uns nicht trennen in Not und Gefahr!".

Im Laufe der Jahre wurde das Rütli zum „Nationalheiligtum". Um die Rütliwiese vor Hotelbauprojekten zu schützen wurde es mit Hilfe einer Geldsammlung von Schulkindern 1859 erworben und dem Bund geschenkt mit der Auflage, die Rütliwiese nie zu verbauen.

Sein historischer Symbolgehalt hat grosse Ausstrahlungskraft. Das Rütli war immer wieder Ort der Zusammenkunft in Zeiten der Gefahr. So besammelte General Guisan am 25. Juli 1940 die gesamte Schweizer Armeespitze zum Rütlirapport. Seit 1860 findet alljährlich am Mittwoch vor Martini das traditionelle Rütlischiessen und seit 1891 am 1. August die Bundesfeier zum Nationalfeiertag der Schweiz statt.

Der Besuch auf dem Rütli war für viele hohe Gäste aus dem Ausland bis in die heutige Zeit der Höhepunkte eines Besuchs der Schweiz. So besuchte der Märchenkönig Ludwig aus Bayern mehrmals das Rütli. 1980 fuhr die Königin von England mit dem Dampfschiff zum Rütli.

Heute ist das Rütli „das stille Gelände am See" mit einem kleinen Museum „Memo" zur Schweizer Geschichte, einem leistungsfähigen Gastronomiebetrieb, den drei Quellen, der Rütliwiese und einem grossen Picknickplatz. Das Rütli ist autofrei und kann nur mit dem Schiff oder zu Fuss auf dem „Weg der Schweiz" ab Seelisberg oder Treib in einer Stunde erreicht werden.

Rütli

Aktualisiert (Montag, den 30. November 2009 um 16:59 Uhr)